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Schnelle Tauben unterm Hammer

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Bernhard Bramsiepe gewinnt die Vorflugmeisterschaft beim Rietbergrennen

Verl/Rietberg (peb). Erst im beruflichen Ruhestand hat der Verler Bernhard Bramsiepe zum Hobby seiner Jugend zurück gefunden: der Taubenzucht. Nachdem er schon mit der Zucht der seltenen Damaszener-Tauben Erfolge feiern konnte (die VERLER ZEITUNG berichtete mehrfach), war er zuletzt auch mit einer Brieftaube beim Rietbergrennen erfolgreich.

Ganz besondere Bedingungen herrschen bei dieser Form des Brieftauben-Wettkampfes, wie Bramsiepe erläutert. "Denn die Bedingungen sind für alle Tauben gleich" anders als bei den üblichen Flügen etwa in den Reisevereinigungen. So werden die Jungtauben des aktuellen Jahres schon früh ins Brieftauben-Leistungszentrum Rietberg gebracht. Dort leben die Tauben in einem Großtaubenschlag zusammen, der bis zu 1200 Vögel beherbergen kann. Sie bekommen das gleiche Futter und werden in gleicher Weise trainiert, bevor sie schließlich auf fünf Vorflügen und zwei Endflügen ins Rennen geschickt werden.

Die gleichen Bedingungen sorgen vor allem für eine genaue Vergleichbarkeit der sportlichen Leistungsfähigkeit der Tauben. Das ist vor allem für den Wert der Tiere wichtig, denn nach den Wettflügen werden die Brieftauben bei einer Versteigerung verkauft.

Vor wenigen Tagen war es wieder so weit. Zum 18. Mal starteten vom Leistungszentrum am Brieftauben-Center Rötz aus die rund 320 Tauben von Züchtern aus ganz Europa mit dem Transporter zu den bis zu 400 Kilometer entfernten Startorten, von wo aus sie auf die Reise zurück nach Rietberg geschickt wurden. Dabei schaffte der Verler Bernhard Bramsiepe einen Sieg bei der Vorflugmeisterschaft. Dafür erhielt er als Preis einen Taubentransport-Anhänger im Wert von 2500 Euro. Die Endflugmeisterschaft sicherte sich Josef van Damme aus Belgien.

Neben den Preisen, Geld- und Sachpreise bis zu einem Wert von 5000 Euro, reizt die Züchter vor allem auch die spätere Versteigerung der Tauben. Sämtliche Tiere, die an den Rennen teilnehmen, werden auf diesem Wege verkauft. Und es sind vor allem die Schnellsten, die einen hohen Preis erzielen, sagt Veranstalter Josef Rötz. Für mindestens 20 Euro wechseln die Brieftauben die Besitzer, im Durchschnitt seien es etwa 100 Euro je Taube.

"Manche schaffen aber auch Preise bis 1000 Euro und mehr", sagt Rötz. Jeder der teilnehmenden Züchter hat zuvor 75 Euro pro Taube als Startgebühr bezahlt, von dem Versteigerungserlös geht die Hälfte an den Veranstalter, die andere Hälfte bekommt der Züchter. Der Erlös aus dem Rietbergrennen kommt dem Therapeutischen Reiten als sozialer Zweck zu Gute. Die Siegerehrung findet am 1. Oktober im Saal Kreuzheide statt, die Auktionstermine sind am 1. und 2. Oktober sowie am 15. und 16. Oktober, ebenfalls im Saal Kreuzheide.


Verler Zeitung (28.09.2005)

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