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Brieftauben sind Tauben, die dazu verwendet werden, Nachrichten zu übermitteln; sie kennzeichneten die Anfänge der Flugpost. Zu diesem Zwecke müssen Tauben, die gewöhnlich am geplanten Zielort der Nachrichten gehalten werden, von dort zunächst anhand eines anderen Transportmittels an den geplanten Absendeort transportiert werden; dort müssen sie bis zu ihrem Einsatz in Gefangenschaft gehalten werden. Will man nun eine Nachricht schicken, so werden ihnen kleine Objekte (meistens zusammengerollte Zettel) an ihren Fuß gebunden, und man lässt sie frei fliegen. Daraufhin versuchen sie, zu ihrem angewöhnten Ort zurückzukehren. An diesem wird die Brieftaube empfangen und die Nachricht wurde somit übermittelt.

Brieftauben waren vor der Erfindung des Telegraphen praktisch die einzige Möglichkeit, vor allem militärische Informationen schneller zu transportieren als durch einen Reiter. Zudem können sie Nachrichten auch über feindliche Stellungen hinweg transportieren, ohne Aufsehen zu erregen. Die Notwendigkeit, zunächst Tauben über Land vom gewünschten Zielort herbeizuschaffen, ist dabei aber ein großes Hindernis – es mussten die möglichen Zielorte schon vor Beginn eines Militäreinsatzes festgelegt werden, und dort musste eine Taubenzucht bereits etabliert sein.

Im Lauf der Geschichte wurden Brieftauben neben dem militärischen Einsatz auch für verschiedene wirtschaftliche und andere zivile postalische Zwecke verwendet. Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts war die Blütezeit solcher Taubenpostdienste.

Heute werden Brieftauben fast ausschließlich für sportliche Wettbewerbe gehalten und gezüchtet. Oft schließen sich die Züchter zusammen in einem Taubenzüchterverein. Bei den Wettbewerben werden dann die Tauben mit einem speziellen Transporter ("Kabi") etwa 100-1000 Kilometer vom Heimatort transportiert, um dann auf den Weg nach Hause um die Plätze zu kämpfen. Wettflüge werden dabei sowohl auf nationaler, als auch auf internationaler Ebene organisiert. Im heimatlichen Taubenschlag angekommen, werden die Ankunftszeiten der einzelnen Tiere registriert und anschließend zur Auswertung an ein Rechenzentrum übergeben. Dort werden dann die Preislisten ermittelt. Die Flugsaison reicht etwa von April bis September. In dieser Zeit nehmen die Brieftauben an bis zu 14 Preisflügen teil.

Hochburgen des Brieftaubensportes sind Belgien und die Niederlande sowie in Deutschland besonders das Ruhrgebiet und Thüringen. Hier heißen die Brieftauben auch "Rennpferde des kleinen Mannes". Dabei können wertvolle Zuchttiere durchaus mehrere tausend Euro kosten.

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